Umschuldung
So funktioniert eine Umschuldung
Durch die Umschuldung eines Kredites kannst Du mitunter viel Geld sparen. Hier erfährst Du an einem anschaulichen Beispiel, warum das so ist.
- Autor
- Günther
- Geprüft am
- Lesezeit
- 5 Min.
Als Umschuldung bezeichnet man im Allgemeinen das kostensparende Ablösen eines bestehenden Kredites oder des Saldos einer Kreditkarte durch einen neuen, günstigeren Kredit. Eine Umschuldung kann aber auch die Verlagerung mehrerer offener Verbindlichkeiten (z. B. Kredite, Kreditkarten und unbezahlte Rechnungen) in einen einzigen Kredit sein.
- Mit einer Umschuldung kann man in der Regel viel Geld sparen, indem ...
- ... ein alter Kredit aufgelöst/gekündigt wird und ...
- ... die Restschulden mit einem neuen, günstigeren Kredit abbezahlt werden.
- Die Differenz aus altem und neuem Zinsanteil ist die Ersparnis.
Um das Prinzip der Kredit-Umschuldung, also dem vorzeitigen Ablösen eines Darlehens, genau verstehen zu können, solltest Du wissen, wie ein Kredit grundsätzlich funktioniert.
Die Hauptrolle bei einer Umschuldung spielen die Zinskosten, die über die gesamte Kreditlaufzeit anfallen. Das Spannende an den Zinskosten ist nämlich, dass sie der variable Teil der gesamten Kreditkosten sind. Wenn man also die Zinskosten durch eine Umschuldung verringern kann, zahlt man entsprechend weniger Zinsen und spart am Ende logischerweise Geld.
Umschuldung durchgerechnet: Ein theoretisches Beispiel
Die Gesamtkosten eines Kredites setzen sich zusammen aus der eigentlichen Kreditsumme und den über die Laufzeit anfallenden Zinskosten. Nehmen wir an, Du hast einen Kredit mit folgenden Eckdaten aufgenommen:
- Kreditsumme
- 10.000,00 €
- Effektiver Jahreszins
- 9,45 %
- Monatliche Raten
- 210,00 €
- Kreditlaufzeit
- 60 Monate
Für diesen Kredit würde sich bei einem marktüblichen Annuitätendarlehen eine Summe der Zinszahlungen in Höhe von 2.440,81 € ergeben.
Aus der Summe des Kreditbetrages und der über die Laufzeit anfallenden Zinskosten ergeben sich die Gesamtkosten, die sich in diesem Beispiel auf 12.440,81 € belaufen würden.
Diese 12.440,81 € sind der Gesamtbetrag, den Du während der Kreditlaufzeit von 60 Monaten an Deinen Kreditgeber zurückzahlen musst.
So weit, so gut. Gehen wir jetzt davon aus, dass Du Deinen Kredit schon seit 18 Monaten abbezahlst. In dieser Zeit hättest Du insgesamt 3.780,00 € gezahlt, davon 1.197,72 € Zinsaufwand. Du hast jetzt, und natürlich auch zu jedem anderen Zeitpunkt der Kreditlaufzeit, drei Möglichkeiten:
1) Den Kredit regulär zu Ende laufen lassen
Die einfachste Möglichkeit ist leider auch die teuerste und wahrscheinlich auch die langwierigste Möglichkeit. Wenn Du nämlich nichts tust und Deinen Kredit regulär zu Ende laufen lassen würdest, würde das a) noch 42 Monate dauern und Dich b) noch 8.660,81 € kosten.
Die gerade angesprochenen Restkosten von 8.660,81 € setzen sich wie folgt zusammen:
- Restkredit
- 7.417,72 €
- Rest-Zinsaufwand
- + 1.243,09 €
- Restkosten
- 8.660,81 €
Und hier kommt die gute Nachricht: Durch eine Umschuldung hast Du jederzeit die Möglichkeit, sowohl die Rest-Zinskosten als auch die Restlaufzeit zu reduzieren. Wie das funktioniert, erfährst Du im nächsten Abschnitt.
2) Den Kredit frühzeitig umschulden
Solange Du einen laufenden Kredit tilgst, solltest Du ihn regelmäßig mit anderen Kreditangeboten vergleichen. Oft gibt es Angebote, die günstiger sind als Dein aktueller Kredit und so für eine Umschuldung in Frage kämen.
In unserem Beispiel hat Dein ursprünglicher Kredit ja, wie oben beschrieben, einen effektiven Jahreszins von 9,45 % und Du zahlst ihn mit monatlichen Raten von 210,00 € ab. 18 von 60 Monaten hast Du bereits getilgt. Dein Restkredit beträgt 7.417,72 € und der restliche Zinsaufwand beträgt 1.243,09 €.
Bei einer Umschuldung würde der Rest-Zinsaufwand wegfallen
Bei einer zügigen Umschuldung würde der Rest-Zinsaufwand jedoch wegfallen, da er sich auf die Restlaufzeit mit dem alten Zinssatz von 9,45 % bezieht. Teil einer Umschuldung ist nämlich die Kündigung des Altkredites. Es gäbe bei einer Umschuldung somit keine Restlaufzeit und dementsprechend auch keinen Rest-Zinsaufwand zu den alten, teuren Konditionen.
Durch eine frühzeitige Ablösung eines Darlehens ist der Kreditgeber dazu berechtigt, seinen Verlust durch eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zu kompensieren. Der Vorfälligkeitszins darf aber maximal 1 % betragen und wird auf die umzuschuldende Kreditsumme angewendet. In der folgenden Grafik ist die Vorfälligkeitsentschädigung grau dargestellt.
Gehen wir davon aus, dass Du einen Umschuldungskredit mit einem eff. Jahreszins von 6,0 % findest. Optional stockst Du die Höhe der monatlichen Raten auf 273,53 € hoch. Für den neuen Kredit über 7.491,90 € (Restkredit plus Vorfälligkeitsentschädigung) ergibt sich somit eine Laufzeit von 30 Monaten und Zinskosten in Gesamthöhe von 568,50 € (unten hellorange dargestellt).
Im direkten Vergleich mit Deinem alten Kredit lägen Deine Kosten in diesem Beispiel insgesamt um 600,41 € niedriger. Durch die (optionale) Aufstockung der monatlichen Raten wärst Du im Vergleich zum alten Kredit sogar 12 Monate früher schuldenfrei.
Restkosten alter Kredit vs. Gesamtkosten Umschuldungskredit
Restlaufzeit alter Kredit vs. Gesamtlaufzeit Umschuldungskredit
3) Den Kredit sofort komplett zurückzahlen
Die beste und günstigste Lösung, einen Kredit zu tilgen, ist natürlich die sofortige Rückzahlung der zum aktuellen Zeitpunkt offenen Kredit- und Zinskosten, eventuell zuzüglich Vorfälligkeitsentschädigung.
Je nachdem, wie hoch die Restkosten aber ausfallen, ist das entweder nicht möglich oder auch nicht unbedingt ratsam.
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[KURZBIOGRAFIE: Qualifikation, Erfahrung mit Krediten und Umschuldung]